| Aber davor mussten noch 3 Tage auf der
Piste her. Also haben wir von Dienstag bis Donnerstag
Österreichs-Skigebiete unsicher gemacht. Ist zwar für die
Muskeln nicht das Optimale, dafür macht´s richtig Spaß. Dumm ist
es nur wenn man am Donnerstag einen ordentlichen Sturz hinlegt und
sich dabei den Oberschenkel (incl. Hose) aufreißt, das Wadl
prellt und noch das Schienbein aufschlägt. |
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So ging es dann mit üblen Schmerzen und
dem Glauben "unmöglich in 3 Tagen Marathon zu laufen" über den
Brenner zu unserer "2. Urlaubs-Station". |
Wir kamen im Hotel Gattopardo in
Dossobuono ca. 7 KM von Verona (Zentrum) entfernt unter.
Das Hotel war von Außen ähnlich unfreundlich wie das Personal
aber die Zimmer waren wirklich OK und das Frühstück war "Molto
Bene" |
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Nachdem es Freitag den ganzen Tag
geregnet hat und wir uns die Zeit im Zimmer bzw. Einkaufszentrum
vertrieben haben, wurde es Samstags zunehmend trockener und so
ging es zum Abholen der Startnummer.
Die Marathon-Expo war auf der Piazza Bra direkt neben der Arena,
die Messe war klein und übersichtlich, doch alles was das
Läuferherz begehrt konnte man hier finden. |
Die ganze Organisation wurde hier von der
italienischen Armee durchgeführt, dementsprechend korrekt wurde
alles vollzogen.
Das Startsäckchen war unglaublich, es gab
neben den üblichen Kleinigkeiten, eine Asics Jacke, Laufsocken,
Handschuhe und eine Umhängetasche. Und das bei der Startgebühr
von 25 €!!!
Da könnten sich einige deutsche Veranstalter mal ein Beispiel
nehmen.
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Da soll ich morgen hinkommen?
Meine Oberschenkel, mein Wadl und vor allem mein blaues
Schienbein lassen mich ziemlich zweifeln... |
| Darf natürlich nicht fehlen, das
Gruppenfoto mit der 2000 Jahre alten Arena. |
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Bei den 25 € Startgebühr ist sogar noch
eine geführte 2 stündige Stadtbesichtigung (sogar in
Deutsch) inklusive.
So zeigte uns die Stadtführerin Erika schon mal alle wichtigen Dinge die
es in Verona so gibt, an den meisten werden wir Morgen
vorbeilaufen. |
| Für die Kinder wurde der "Marsch" durch
die alten Gassen von Verona aber mit zunehmender Dauer immer
langweiliger.... |
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Aber als sie dann die
berühmte Julia (die sie sogar kannten), auch "betatschen"
durften wurde die Laune wieder besser.
Für Glück in der Liebe soll man ihre rechte Brust anfassen und
für Reichtum die Linke.
Die Kinder entschieden sich wie ca. 300 fotografierende und
wartende Japaner für die Rechte.
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Sonntag!!!
Nachdem ich mich an den Vortagen mit sämtlichen Mittelchen
eingeschmiert habe und am Vortag ca. 2KM versucht habe zu
laufen, waren die Schmerzen leichter.
Beim Einlaufen waren zwar die Beine noch schwer aber es ging,
wie es nach 20KM oder geschweige denn 30KM aussah konnte ich nur
erahnen. |
Wie ich hörte und sah wurde der Parcour
noch einmal kurzfristig geändert, die Arena war für den
Marathonzeitraum komplett gesperrt und wir Marathonis hatten die
Ehre auf den letzten Metern durch die Arena zu laufen.
Der Start und das Ziel waren direkt an der Piazza Bra und der
Arena so konnte ich beim Einlaufen ein schönes Foto machen
lassen. |
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Da ich nun nachdem das Einlaufen gut geklappt hatte, heiß auf
eine neue Bestzeit war beschloss ich das Fotografieren sein zu
lassen und mich auf meinen 20. Marathon zu konzentrieren.
Die erste Hälfte sollte 1:35:00 sein (was 4:30 min./KM)
bedeutete und nachdem die zweite Hälfte meistens 3 Minuten
langsamer ist, könnte eine Zeit zw. 3:13 und 3:16 drinnen sein.
Nach dem Start ging es auf der breiten Viale Porta Nuova
Richtung Süden in ein "Wohn- und Industriegebiet" das nicht
wirklich spektakulär war, aber man konnte gleich frei laufen
und es gab keinerlei Gedränge.
Der erste KM war mit 4:38 ganz OK, der zweite zeigte dann 4:12
der dritte sogar 4:04, .... immer schneller, dass konnte nicht
stimmen und als nach 5KM die offizielle Zeit gemessen wurde
dauerte der 5. KM dann über 6 Minuten, so war es leider bei
allen 5er Abschnitten. 6, 7, 8, 9 zu kurz 10 viel zu lang, usw.
Die KM Schilder stimmten überhaupt nicht, aber die 5, 10, 15....
Zeiten stimmten.
Nach 10KM dann erste "Brotzeit" (selbstgekauftes italiensches
Gel mit Wasser)
Zwischenzeit 45:25 ganz OK noch im Plan auf die 1:35
Bei KM 17 trennte sich dann das Feld, mit den gemeinsam
gestarteten Halbmarathonis und auf einmal wurde das Feld
ziemlich dünn, dafür aber meine Oberschenkel immer schwerer.
Denn offenbar hatte nicht nur das Skifahren seine Spuren
hinterlassen sondern auch der Bad Füssing Marathon vor 2 Wochen
war wohl noch nicht ganz verdaut.
Bei KM 19 wurde es dann wieder eng, an den Luftballonen konnte
ich erkennen das vor ca. 30-50 Läufern sich 3 Pacemaker (3:15)
befanden, ich hängte mich kurz in deren Windschatten und es ging
plötzlich um einiges leichter, aber ich wollte mir ein kleines
Polster erkämpfen und beschloss sie zu überholen.
Wir liefen jetzt bis KM 29 an einem schönen Fluss entlang,
leider hatte ich kein Auge mehr für die Strecke.
Bei der HM Marke zeigte die Uhr 1:34:48.
Top in der Zeit und das trotz der irritierenden KM Marken.
Und das wichtigste die "Ski-Blessuren" machten mir keine großen
Probleme.
Bei KM 22 kam mir dann die Spitze entgegen, natürlich waren es
Kenianer. Unglaublich wie leichtfüßig die dahin gleiten, wie
Gazellen und ich kam schon daher wie ein Nilpferd.
Nach der Wende bei KM 24 wurde es recht windig und meine zwei
"persönlichen Pacemaker" die ich mir kurzerhand aussuchte
konnten das Tempo nicht mehr gehen, nun war ich für die nächsten
5KM mit dem Wind alleine denn bis zum Stadteingang von Verona
konnte ich keinen mehr einholen.
Beim 2/3 Marathon lag ich mit 2:05 sogar bei 4:29 min/KM
aber dann kam neben der Muskulatur auch der übliche Einbruch
ab jetzt musste gekämpft werden und so hatte ich leider null
Interesse an dem letzen und schönstem Drittel der Strecke.
Wir liefen im "zick-zack" durch Veronas Altstadt und an allen
Sehenswürdigkeiten vorbei, ich konnte das hohe Tempo sogar noch
bis KM 37 halten, und spekulierte sogar schon mit einer 3:10.
Aber auf den letzten 5 KM gab es 2 Steigungen, die mich
angeschlagen wie ich war vollkommen zerstörten.
Bei KM 40 war ich auf 3:11 - 3:12 Kurs und wollte die letzten 2
KM
um und durch die Arena dazu nutzten noch mal alles
rauszuholen.
"Nur" noch mal einen 4:40 Schnitt laufen und es gelang mir
sogar,
leider aber nur für ca. 100 Meter danach war Ende
und ich trabte in meinem 5er Schnitt dem Ziel entgegen.
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Bei KM 41,5 hatten wir sie
dann erreicht. Und hier hatte ich sogar (wenn auch nur kurz)
wieder richtig Freude am Laufen.
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Es war beeindruckend, wir fühlten uns wie
"Gladiatoren der Neuzeit" und dann Mitten in der Arena
das 42KM Schild!!!
Noch 195 Meter und die Uhr zeigte 3:12:11
"WOW ich packe doch noch die 3:12 jetzt nur noch Endspurt!!!"
Aber nach 10 Metern war ich fast reif für die "Pronto Soccorso"
und lief "normal" weiter
Plötzlich wurde ich von ca. 30 Italienern die im Vergleich zu
mir ihren Endspurt durchzogen links und rechts überholt, ich war
für sie ein regelrechtes Hindernis.
Ich brauchte für die letzten 195 Meter sage und schreibe 78 Sekunden ebenfalls ein neuer Rekord!
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So blieb die Uhr bei 3:13:29
(brutto 3:15:02) das erklärte die 30 überholenden Italiener denn
direkt neben mir lief der 3:15er Pacemaker ein. Und anscheinend
wollten einige noch eine Bruttozeit unter 3:15.
3:13:29 (brutto 3:15:02) bedeutet
Gesamtplatz (netto 187) - (brutto 204) / von 1708
AK-Platz (netto 13) - (brutto 16) / von 112
und 3. bester Deutscher!!!
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Ich schaffte es sogar noch vor der
Familie da zu sein, denn ihr Zug ging erst um 13 Uhr und bis sie
vom Bahnhof bei der Arena waren vergingen 30 Minuten.
Die Zeit nutzte ich zum Fotografieren und verpflegen. Meiner
Meinung nach eine blöde Idee, auch in Verona (wie fast bei allen
Italienischen Marathons) findet die Nudelparty im Anschluss ans
Rennen statt.
Wer hat schon Appetit nachdem er sich 42KM gequält hat...
Aber die Tortellini waren lecker und auch sonst war alles da,
Cola, Obst, Tee, Wasser, Riegel, ........ |
Danach ging es mit dem Zug in nur
7 Minuten zurück zum
Bahnhof Dossobuono.
Während der kurzen Fahrt, beschloss ich dass dies mein 20. und
auch letzter Marathon war, denn die Schmerzen (mittlerweile am
ganzen Körper) machten nicht mehr wirklich Spaß.
Aber ich bekam endlich mein Finisher-Bier! |
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Leicht angeschlagen ging es dann die 430KM mit einigen
Pinkelpausen der Kinder nach Hause.
Und auf der fast 5 stündigen Fahrt nahm ich mir für den 21.
Marathon schon die 3:09 vor. Und so war auch der felsenfeste
Beschluss aufzuhören schon wieder vergessen. |
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