Paris Marathon 05.04.2009 (42,2 KM)

Bericht:

"Oh Champs Elysees"

Freitag Punkt 11:10 (nach der 4. Schulstunde) ging es los. Vor uns lagen ca. 900 KM bis
Champigny-sur-Marne einem Vorort von Paris in dem sich unser Campingplatz befindet.

Die Fahrt zog sich ziemlich, nach 13 Stunden und etlichen Mautstationen waren wir dann endlich am Ziel.

Leider hatten sich ca. 300 englische "Hooligans" auch in dem Campingplatz eingenistet, aber wir konnten ihnen weitestgehend aus dem Weg gehen.
(Wir zogen zwar im Campingplatz drei mal um, aber im großen und ganzen hat es gepasst.
 
Samstag war dann das übliche Programm. Zuerst zur Marathon Messe und die Startnummern abholen, funktionierte alles vorbildlich und ich hatte schnell meinen Turnbeutel erhalten. (Mal was anderes als immer in Plastiktüten).

Die Nudelparty ließ ich allerdings sausen, die Schlange war mir dann doch zu lang.
Anschließend trabte ich noch 3 KM an der Marne entlang um die Beine ein bisschen zu lockern.
Sonntag hieß es dann sehr früh aufstehen, am Campingplatz hatte man mir erklärt ich bräuchte mind. 1 Std. bis ich am "Arc de Triomphe" (also am Start) bin. Dank der hervorragenden Pariser Metro war ich aber bereits nach 35 Minuten am Start.
Die Kleiderabgabe funktionierte (wie alles andere auch) ohne Wartezeit.
Es war eine ca. 1,5 KM lange "Marathon-Straße" mit Toiletten, Kleiderabgaben, ......

Es war immer noch Sch..... kalt und so bibberte ich dem Start entgegen.
Als dann die Sonne über dem Triumphbogen aufging war es nicht nur ein wunderbarer Anblick, es wurde auch wärmer.
Eigenartiger Weise kommen vor dem Marathon pro  getrunkenen ca. 10 gepinkelte Liter.

Ich musste den "grünen Stern" bestimmt 5-7 mal aufsuchen.
Danach lief ich mich Richtung Start ein und stellte auf den 2 KM in einem 7er Schnitt fest, dass ich die 3:15 wohl total vergessen kann. Ich konnte mir nicht mal vorstellen überhaupt soweit zu laufen (in welchem Tempo auch immer).

Ich bat 4 Mitstreiter ein Foto von mir mit dem Triumphbogen zu machen, aber alle schnitten das Dach ab. Hier das beste.
Zu meiner Verwunderung konnte ich sofort mein Tempo (4:35 - 4:40 Min. / KM) laufen, war zwar nicht einfach bei der Masse an Läufer. Hier und da wurde man auch geschupst aber bei 37.000 Startern hatte ich mir das schlimmer vorgestellt (und auch schon erlebt).
Die ersten 5-7 KM hatte man von der Strecke nicht soviel mitbekommen da man meistens die Hacken seines Vordermannes beobachtet hat um nicht zu stürzen, aber dann lichtete sich das Feld etwas.

Ich musste jetzt nach Zeit und Gefühl laufen weil meine Discounter Uhr wohl von den Puls-Uhren-Massen etwas gestört war, denn dass ich einen Pulsschnitt von 37 Schlägen habe konnte ich nicht ganz glauben.
Bei 10 KM war ich zwar Zeitmäßig voll im Plan (46 Minuten) aber mir war klar dass ich das Tempo max. 25 KM halten konnte.

Aber Hop oder Top!
Sollte ich einbrechen dann wird´s halt langsamer.
Ob 3:20 oder 5:59 wäre mir dann auch egal.
Bei KM 12,5 hatte sich mein MP3 Player verabschiedet (wurde durch einen Schwamm gewässert) und bei KM 15 verlor ich mein "Nippelpflaster".

Und zudem hatte mich mein Gefühl nicht getäuscht und bei KM 22 war ich total fertig.
Mit mir, mit dem Marathon, mit der ganzen Sch... Lauferei, dem ganzen Sporteln, einfach mit allem, es war einfach zum ...
 
Im Boxen würde man sagen
"Schwer Angeschlagen" und das bei KM 22.
Aber irgendwas ließ mich nicht aufgeben.

Ich wollte doch wenigstens unter 3:30 diesen Marathon zu Ende bringen.
Dann ging es durch den "berühmten Pariser Marathon Tunnel" in dem waren ca. 30 ° C und hier entleerte ca. jeder fünfte Läufer seine Blase was natürlich zu einer hervorragenden Luft führte.
Mittlerweile war es recht warm und es gab alle 5 KM Schwämme welche wirklich eine Wohltat waren.
Die "Pariser-Fans" waren hervorragend und es gab immer wieder regelrechte Partypunkte auf der Strecke an denen unzählige Pariser uns lautstark unterstützten.

Aber die "Berge" nach den Tunneln wurden immer steiler.
Nach 30 KM dann der Eiffelturm,
hat mich ein bisschen aufgeheitert
(wenn auch nur kurz)
Nach einem schönen Park ging es wieder Richtung Triumphbogen und endlich ins Ziel.
3:26:37 waren es dann Netto, zwar um über 10 Minuten "gescheitert" aber trotzdem überglücklich und neuer "Frühlingsmarathon - Rekord"

Und immerhin Platz 4522 von 37.000!
Eine wunderbare Medaille gab es dann auch noch
Leider gab es auf der Strecke nur Bananen, Orangen, Würfelzucker und Trockenobst.
War alles nicht so meins.

Aber im Ziel war es dann das beste Obst meines Lebens.
Genau wie vor dem Start
Perfekt Organisiert und alles ohne Wartezeit.
   
Es gab dann in den folgenden Tagen noch das übliche Programm,
Eiffelturm, Triumphbogen, Montparnasse, Notre Dame, Saine Fahrt, Louvre, ...

Natürlich haben wir viele Fotos gemacht
hier ist der Link zu den Fotos
http://picasaweb.google.com/lt.zwecks.da.gaudi/2009_04_05_ParisMarathon
 

Strecke:
Eine wunderbare Runde durch Paris, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten und durch schöne Parks
Fazit:
Perfekt Organisiert, Einfach Gut, muss man gemacht haben!
Note:
1
Offizielle Seite:
www.parismarathon.com

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