Maratona di Reggio Emilia 14.12.2008 (42,2 KM)

Bericht:

"No Risk - No Fun", "No Pain - No Gain"

"Sie haben starke "Extrasystolen", vergessen Sie erst mal Sport, vermeiden Sie jeglichen Stress und gönnen Sie sich absolute Ruhe bis die Ursache geklärt ist."

So war die Diagnose meines Arztes. Ich bemerkte vor 2 Wochen Herzrhytmusstörungen, die besonders in Ruhe sehr stark waren.

Jedoch zeigten ein normales, ein Belastungs- und ein Dauer-EKG, dass es sich um "harmlose" Extrasystolen handelt.

Mir wurde das Laufen wieder erlaubt und mein Arzt unterschrieb mir sogar mein Gesundheitszertifikat für den Reggio Marathon.

Aber da die "Doppelschläge bzw. Aussetzer" immer noch ziemlich stark waren, war mir nicht besonders wohl bei dem Gedanken den Puls über 3-4 Std. auf 90-95% hochzujagen.
Also "No Risk"
Ich beschloss am Marathon teilzunehmen und eine gemütliche 4:59 zu laufen, um den Puls und den Körper nicht an seine Grenzen zu bringen
So wird sozusagen der Reggio Marathon als Testlauf für den Bieler 100er, der im Juni 2009 auf meiner Wunschliste steht.
 
Am Freitag ging es direkt nach der Schule mit Kind und Kegel für insgesamt 530 KM Richtung Süden. 

Auf dem "schneereichen" Brenner gabs eine kleine Schneepause für die Kinder und nach einer kurzen Schneeballschlacht wurde die Reise fortgesetzt.

Kurz vor der Ausfahrt waren schon die 3 wirklich schönen Brücken - quasi die "Wahrzeichen" Reggios - zu sehen.
 
Dann ging es gleich zu der Messe wo die Startunterlagen abgeholt wurden, leider waren die Parkplätze nicht optimal ausgeschrieben, das hatte zur Folge, dass wir so lange planlos durch Reggio kurvten bis sich Andreas im Auto übergab. Aber als wir dann hingefunden haben ging alles relativ schnell und wir fanden auf dem Rückweg sofort unser Hotel.

Leider wurde uns dort mitgeteilt dass das Hotel ausgebucht ist, und wir kostenlos in einem "besseren" Hotel (Ramada) untergebracht werden. Soviel zu 16 € / pro Pers. / Nacht
Das Hotel Ramada war nur 300 m entfernt und als wir unser Zimmer (Suite im obersten Stockwerk) gesehen haben hätte uns bald der Schlag getroffen.
Diese hätte normal 320€ pro Zimmer/Nacht gekostet und wir bekamen sie für insgesamt    64 € pro Zimmer/Nacht. So einen Luxus haben wir noch nie gesehen. Dazu kam noch die super Aussicht.  Wir hatten 3 große Glasfassaden bei der wir Abends bei einem Glas Wein einen herrlichen Blick über Reggio hatten.
 
Am Samstag ging es dann ins Ferrari Museum nach Maranello, war zwar für uns "Nicht-Auto-Fans" nichts besonderes aber wenn man schon mal in der Gegend ist sollte man das auch mitnehmen. Die Kinder waren begeistert.

Am Samstagabend wollte ich mir Pasta bei einem Italiener gönnen, da die Stadt jedoch sehr "italienisch" ist, beherrschen die Leute dort auch kein "touristendeutsch" und oftmals auch kein englisch. Ich bestellte mir Tagliatelle, bekam jedoch Tagliata (Rindfleisch auf Rucola).
 
Am Wettkampftag ging es dann um 7:30 Uhr mit hoteleigenem Shuttle direkt zur Marathonmesse. Dort relaxte ich noch ein wenig und machte mich um kurz vor 9 auf zum Start.
 

 
Der Startblock war nur wenige Meter entfernt uns es gab keinerlei Gedränge, ich reihte mich für meine 4:59 ganz hinten ein und da es Nettozeit gab(Chip war festgeklebt an Startnummer) spielte es sowieso keine Rolle wo man startet.
Nach knapp 2 Minuten war ich am Start und konnte gleich von Anfang an frei laufen. Es waren doch noch einige hinter mir denn es "rannten" ununterbrochen Läufer an mir vorbei.
 

 
Und so kam es dass ich nach KM 1 den ich in 6:39 zurücklegte mit großem Abstand letzter war, der "Besenwagen" der hier ein Rettungswagen war bedrängte mich ein wenig, aber bei KM 2 konnte ich die ersten schon wieder zurück überholen. Es gab doch tatsächlich Sportler die sich für einen Marathon anmelden und bei KM 2 schon beginnen zu gehen!?!
So wie es sich für einen Stadtmarathon gehört, ging es bis KM 5 durch ein vorweihnachtlich geschmücktes Reggio.
 
Aber dann wurde es einsam in der Po-Ebene.
Zw. KM 5 und KM 39 ging es zu 95 % über ländliche Straßen, Sightseeing Faktor gleich 0

Da es bei diesem Lauf mit insgesamt 1859 Teilnehmern einen "Ausländeranteil" von ca. 1% gibt ist das "ratschen" während des laufens sehr dürftig ausgefallen.

Bei KM 30 traf ich dann aber Veronika ich spielte für sie den pers. Pacemaker und versuchte sie in 5 Std. durchzubringen, da sie englisch konnte hatte ich endlich etwas Unterhaltung.
 
Die Verpflegungsstationen waren Top!
Sie waren fast so etwas wie kl. Dörfer, ein Bus der die "Aufgebenden" zurück bringt, Rettungswägen und 6 Tische zum Bedienen

1. Eigenverpflegung, 2. Wasser, 3. Obst
4. warmer Tee, 5. Kekse und Schokoriegel
6. Iso

An einer Verpflegungsstation haben uns die sehr netten und schon leicht angetrunkenen Helfer sogar Lambrusco und Kuchen angeboten.

 

 
Dann war es fast geschafft und ich steuerte planmäßig auf meine 4:59 zu und hatte immer noch Veronika im Schlepptau, die ich die letzten KM doch recht "schliff", in einem Mix aus nicht vorhandenen Italienisch und schlechtem englisch "drillte" ich sie weiterzumachen
"Senza quattro Kilometris", "Senza otto Minuti", "in due Minutis no Pain only Proudness"
Zu meiner Freude standen kurz vor dem Ziel Petra und die Kinder. Christian wollte dann den Papa auf den letzten 100 Metern begleiten.

Und planmäßig kam ich nach 4:59:11 im Ziel an.

Leider musste ich in der Ergebnisliste sehen dass Veronika wegen unserer unterschiedlichen Nettozeiten um 36 Sekunden über der 5 Std. Marke war.
Aber sie war überglücklich und bedankte sich bei mir für´s "Anfeuern" und ich mich für die nette Gesellschaft.

Im Ziel gabs dann die schönste Medaille die ich bisher bekommen habe und statt der üblichen Wärmefolien ein schönes Handtuch mit Logo der Veranstaltung. Bei der Chiprückgabe bekam man dann noch ein Säckchen mit guten Geschenken.
z.B. eine Flasche hochwertigen Balsamico Essig, Gnocchis, Nudeln, Riegel, ....
 
 

Man kann sagen dass der Test für Biel sehr erfolgreich war, (war zwar mit Abstand der langsamste Lauf) aber ich fühlte mich hervorragend und hätte sicher noch einige KM laufen können. Ein Hochgefühl wollte sich den ganzen Lauf aber nicht einstellen, es stimmen wohl die Aussagen
"No Risk - No Fun" und "No Pain - No Gain".
 
Danach ging es sofort zurück, jedoch machten wir natürlich einen kurzen Abstecher an den Gardasee, der direkt auf dem Weg lag.

Unser "Italien-Winter-Marathon-Wochenende" endete dann um 21:15 Uhr als wir wieder Zuhause ankamen.

Ein Riesen Lob an meine Frau und vor allem an die Kinder die das ganze Jahr irgendwo im Ziel auf Papa warten bzw. im Auto sitzen müssen und sich nie beklagen.
Danke!!!
   

Über 70 Fotos (Hotel, Museum, Strecke, ...) findet Ihr unter diesem Link. Viel Spaß
http://picasaweb.google.com/lt.zwecks.da.gaudi/2008_12_14_Reggio
 

Strecke:
Der einzige negative Part des Marathons, wirklich nichts besonderes
Startgebühr:
25 € (incl. Baumwoll T-Shirt, Finisher-Säckchen und SUPER Medaille)
Fazit:
Guter Lauf aber halt auch nichts besonderes, kein Vergleich z.B. mit Florenz
Aber gesehen, mitgemacht, abgehackt
Note:
3
Offizielle Seite:
www.maratonadireggioemilia.it

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