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Bericht:
Gardasee und Marathon,
irgendwann musste es so kommen, ...
Der 10.10.2010, viele nutzen ihn zur Hochzeit, ich nehme den Tag für
eine andere "Verbindung"
"Mein" Gardasee (ca. 50x Urlaub) und "Mein" Sport (20x Marathon) treffen
und verbinden sich.
Was mich besonders gefreut hat, ich konnte den Kurztrip und den Marathon
diesmal mit meinen Lauffreunden Carsten, Michael und Mario (LC Bayern)
antreten.
Während die 3 voll "im Saft stehen" muss ich immer noch mit einigen
"Weh-Wehchen" aus Köln kämpfen, daher ist mein Traum von einer 2:59
definitiv in diesem Jahr nicht mehr möglich, aber wenn die Schmerzen und
die müden Beine besser werden, könnte eine 3:09 bzw. neue Bestzeit 3:12
drinnen sein.
Michael möchte nach seinem hervorragenden Halbmarathon in Ampfing eine
3:29 angehen, Carsten (der wohl die größten Fortschritte in dem Jahr
gemacht hat) ist zuversichtlich die 4 Std. Marke zu knacken und Mario
möchte ein "vernünftiges" Marathon-Comeback in ca. 3:45 versuchen.
Samstag:
Wir fuhren um 7:30 Uhr von Zuhause los und bei strahlendem Sonnenschein
über den Brenner, aber ab Bozen zog der Himmel immer mehr zu.
Kurz nach Bozen dann Stau! Der zwar schon ab Sterzing mit 2KM angekündigt
war, sich aber
dann als deutlich länger erwies. Ausgelöst wurde er durch einen
tragischen Verkehrsunfall bei dem eine Familie aus Düsseldorf ungebremst
mit ca. 200km/h in einen LKW gerast war, leider verstarben alle 3
Insassen.
Auf dem letzten Stück von Riva nach Limone konnten wir schon mal einen
ersten Blick auf die morgige Marathon-Strecke werfen. Und obwohl sich
die Sonne nicht sehen ließ, war der Mix aus Tunnel und Küstenstraße ein
echter Leckerbissen für die Augen.
Dann eine schöne Überraschung,
unser
Appartement welches uns Mario organisiert hat, verfügte über
eine ca. 20qm große Dachterrasse auf der man einen traumhaften
Blick über den nördlichen Gardasee hatte.
Danke Mario!!! |
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Blick nach Süden, Richtung
Malcesine wo sich das Ziel des Lake Garda Marathon befindet. |
Gegen 14 Uhr holten wir unsere Startunterlagen ab.
Jeder bekam ein Etonic Shirt (wärmendes Unterhemd) und ein
Armband welches uns berechtigt die "Gardasee-Flotte" am gesamten
Wochenende frei zu benutzen.
Leider gab es in diesem
Jahr keine Nudelparty.
Aber was möchte man bei nur 25€ für einen Marathon auch noch
alles haben...
Dafür gab es auch hier eine Terrasse mit schönem Seeblick, das
nutzen wir für ein Gruppenfoto. |
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Beim stöbern durch die kleine
Marathonmesse machten Carsten und Mario noch
ein gutes Schnäppchen. |
Gegen 15 Uhr brachen dann Carsten, Michael und ich zu einem
"Vortages-Lockerungs-Lauf" auf, bei dem wir in ca. 3,5 KM eine
Sightseeing Tour durch Limone machten. Den Lockerungslauf hatte
vor allem ich bitter nötig, meine Sehnen und Muskeln waren nach
den 3,5KM aber wieder ziemlich angeschlagen, daher wusste ich
nun endgültig nicht mehr was ich Morgen riskieren sollte.
Im Appartement zurück gab es unsere interne Nudelparty,
1,5KG Nudeln und fast 1KG Bolognese Sauce haben wir "Carbo-Loaded",
zum Abschluss noch ein Snickers, dann sollte der
Kohlehydrat-Vorrat stimmen.
Carsten und ich füllten noch den Glycogen Speicher der Leber mit 2 Bier ;-) und dann um 20:30 Uhr
ab ins Bett.
Sonntag:
6:30 Uhr - Wecker!
Und siehe da, Mario und Michael waren schon aktiv und bei dem
ersten
von mehreren Boxenstopps auf der Toilette.
7 Uhr - Frühstück bzw. Carbo-Loading die Zweite
Der Vermieter hat wohl den Appetit von Marathonläufern etwas
unterschätzt und so gingen ihm die Semmeln aus.
7:45 - 9 Uhr - "Kleben"
Abkleben, Ankleben, auf der Toilette kleben, klebriges Gel
nehmen, ...
9 - 9:25 Uhr - Zum Start
Da wir nur 250m vom Start entfernt wohnten mussten wir zum
einlaufen öfter die Strecke hin und her
9:25 - 9:30 Uhr - Kampf zum Startblock
Es wurden 3 Startblöcke (angegebene Bestzeit)
angeboten, wir waren in jedem vertreten.
Ich musste mich auf der engen Küstenstraße nun schnell durch ca. 1800
Starter zu meinem vorderen Startblock kämpfen.
9:30 Uhr - Start
Gerade noch rechtzeitig in der 3-4 Reihe angekommen konnte ich
(im Vergleich zu den anderen 3) sofort frei laufen, aber ich
hatte ziemliche schmerzen in den Sehnen und auch die Muskeln
streikten, "aber wenn ich erst mal warm bin wird es schon"
hoffte ich.
Die anderen 3 mussten sich vom hinteren Ende des Starterfeldes
durch die Masse an langsamen Läufern kämpfen, die sich zu weit
vorne einreihten, wann werden das die Leute endlich begreifen,
sich entsprechend ihrem können einzureihen, z.B. in der 2.
Reihe!!! startete eine Dame die im 7:30er Schnitt los trabte...
9:32 Uhr - Die ersten 10 KM
Die ersten Meter ging es (sehr) leicht bergauf bis wir den
ersten Tunnel durchquerten, nach 500m merkte ich dass ich zu
schnell unterwegs war, ich war relativ knapp hinter dem
Führungsfahrzeug, bei einem Blick auf die Uhr sah ich das die
Zeit bei 0:0:0 steht, verdammt!!! Fängt ja gut an...
Beim 1. KM fragte ich einen Mitläufer nach der Zeit, 3:55 meinte
er, also doch zu schnell, aber wo war er gestartet? Ich schätzte
auf 4:00 und startete ab hier meine Uhr.
Die ersten 10 KM bis Riva waren (wie wir am Vortag gesehen
haben) optisch ein Traum, zudem ging es immer leicht bergab, so
konnte man sich ein kleines Polster rauslaufen, ich kam nach
41:06 bei der 10er Markierung durch. Mir war zwar klar das ich
das Tempo nicht halten kann aber erstens war ich mittlerweile
Schmerzfrei und zweitens kann ein kleines Polster auf die 3:09
nicht schaden.
10 KM - 21,1 KM Riva bis Arco
Zu meiner Überraschung waren in Riva (wie auch in Arco, Torbole
und Malcesine) doch einige Zuschauer die uns anfeuerten.
Nach Riva ging es (wieder einsam) zwischen Weinfeldern und auf der Hauptstraße
nach Arco, hier ging es minimal aber stetig etwas bergauf aber
meine KM Zeiten waren immer noch bei ca. 4:15 und somit
sogar auf 2:59 Kurs, den ich aber nicht angepeilt habe. Ich
rechnete nach wie vor mit einer 3:09 und das es mich sowieso bald
"zerlegen" wird. Die Halbmarathon Marke erreichte ich nach
1:28:31, immerhin der 3. schnellste Halbmarathon...
21 KM - 30 KM
Zurück nach Riva ging es auf einem gut ausgebauten Radweg, der
gefürchtete Wind blieb (noch) aus und es ging wieder ein klein
wenig bergab, so wurden die Zeiten sogar wieder ein bisschen
schneller.
Bei 28 KM kamen wir nach Torbole und ich war immer noch auf Kurs
2:59 (ich könnte sogar ein bisschen langsamer werden) nun begann
ich sogar doch wieder von der großen ZWEI zu träumen.
Aber nach
wenigen Metern kam ein leichter Anstieg der sich einen KM
hinzog, danach ging es durch einen windigen Tunnel und die
Zeiten wurden plötzlich um 15 Sek. langsamer...
30 KM - 40 KM - Leiden
Die Tunnel waren teilweise sehr windig und ich war alleine
Unterwegs, vor mir sah ich keinen und hinter mir genauso, also
keine Chance zum "Windschatten-Laufen".
Zudem meldeten sich ca. bei KM 34 meine Beschwerden zurück, was
natürlich nicht unbedingt förderlich war.
Leider hatte ich nun kein Auge mehr für die herrliche Strecke
ich suchte nur noch das nächste gelbe KM Schild. Mittlerweile
schaffte ich auch fast keinen KM mehr unter 4:30, ich wollte
einfach nicht mehr
(so wie wohl die anderen 1386 Finisher) ich denke jeder
Marathoni kennt das nur zu gut...
"Nur ein kleines Stück gehen, beim nächsten KM Schild gehst,
..."
ich rechnete, verzweifelte, litt, rechnete, .... wenn ich nun "nur" noch einen 5er Schnitt laufen würde reicht es
locker zu meiner 3:09, so rechnete und lief ich KM für KM meine Zielzeit
runter
(das hielt mich am Weiterlaufen).
Als dann ein Deutscher an mir vorbeistürmte und mich motivierte
unter 3 Std. zu laufen und kurz darauf eine Australierin
leichten Schrittes an mir vorbeischwebte fiel mir auf:
"Das
ich das ganze Rennen nicht einen einzigen Starter überholt
hatte, ..."
das gab es auch noch nie.
Aber ich konnte immer noch unter 4:40 / KM laufen jetzt wusste
ich schon sicher das sich eine sehr gute Zeit ausgeht,
vielleicht sogar unter 3:05!
40 KM - 42KM - BERG!
Im Höhenprofil sah man das es den letzten KM nochmal richtig
bergauf ging, darauf haben wir uns eingestellt, aber schon kurz
vor KM 40 ging es über einen KM lang bergauf und das gab allen
Startern incl. mir den Rest, aber ich konnte hier meinen ersten
Überholvorgang tätigen.
Dann die Überraschung der letzte KM ging fast nur Bergab und man
konnte es laufen lassen.
Kurz vor dem 42 KM Schild überholte mich aber eine Gruppe mit ca. 5
Startern, darunter auch mein gerade Überholter (somit wieder
keinen überholt)
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42KM - Ziel - Triumphmarsch
Bei KM 42 war eine Anzeige mit der Brutto Zeit 3:02:23, da
ich ja keine genaue Netto Zeit hatte
und mein
angeschlagenes Hirn nicht mehr wusste was eine Netto Zeit
überhaupt ist, rechnete ich mit der Bruttozeit.
Ich musste die letzten 195m in 36
Sek. laufen um eine 3:02 zu haben, unmöglich!
Daher ließ ich es locker auslaufen.
Ich freute mich, war stolz und
genoss die letzen Meter auf denen mich wieder 2 überholten.
("wo
wart ihr alle vorher, als ich euch brauchte!!!")
Im Ziel war ich dann nach 3:03:15 (brutto) was den 50.
Gesamtplatz und den 9. AK Platz bedeutete.
Netto waren es dann 3:03:05, hätte doch noch gas geben sollen,
die 2 bzw. 6 Sek.... |

Auf dem Foto sieht man wieder die "Einsamkeit",
der 51. ist erst nach ca. 1 Minute eingelaufen. |
Nach kurzer Verpflegung, holte ich schnell meinen
Kleidungsbeutel (die angebotene Massage musste leider ausfallen)
und eilte auf den "Berg" zurück zu KM 41.
Ich musste ja Fotos von den 3 Jungs machen und war neugierig ob
sie auch ihr Wunschergebnis erreichen.
Bis sie kamen feuerte
ich alle Läufer an und teilte ihnen in "perfektem" Italienisch mit,
dass der Berg gleich aufhört "Monte gleich finito, ultimo
Kilometri bergab bis Arrivo", das freute fast alle
(die anderen haben mich wohl nicht verstanden).
Als ersten erspähte ich Mario er zeigt ein starkes
Comeback und legte eine sehr konstante Renneinteilung hin. Nach
1:46:53 überquerte er die Zeitmess-Matte beim Halbmarathon und
nach nur 3:38:14 kam er als 396. (AK 89) ins Ziel gelaufen.
Leider zu Schnell für mein Handy daher gibts kein Foto von ihm.
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Michael
war bis zur HM Marke (1:43:45) voll im Plan,
bekam aber dann muskuläre Probleme und musste Gehpausen
einlegen, aber er kämpfte sich durch und finishte seinen 8.
Marathon
(die letzten 7 davon alle unter 4 Std.)
in 3:46:00 als 509. (AK48) |
Carsten kämpfte wohl am meisten,
er kam nach 1:51:50 zum HM und nach 3:58:04 völlig entkräftet
ins Ziel, nach einigen Minuten hat er sich aber wieder gefangen.
Das bedeutete Platz 648 und AK 94. |
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Nach kurzem verlaufen bzw.
"verhumpeln" in Malcesine konnten wir dann mit einem
"Shuttle-Dampfer" kostenlos zurück nach Limone fahren... |
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| ... und dabei schöne
Blicke auf die Strecke, den See und die Berge werfen... |
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| ... nach dem Duschen
wurde natürlich unsere Dachterrasse ausgiebig genutzt und fachgesimpelt.
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Am Abend ging es dann ausgehungert
und humpelnd, zum Pizza essen. Der "Pirat" verwöhnte uns mit
ausgezeichneten Pizza´s. |
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Gegen Abend gönnten sich Carsten
und ich noch ein edles Tetrapak-Tröpfchen auf der Terrasse und
wir ließen den Tag nochmal Revue passieren. |
Am Montag Morgen ging es dann nach einem "normal
portionierten" Frühstück
wieder zurück in den Alltag nach Deutschland...
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Der Lohn der Mühen
, "I did it!" |
Einen ausführlicheren und
besseren Bericht mit vielen Fotos findet ihr auf der Marathon4you Seite.
http://www.marathon4you.de/laufberichte/gardasee-marathon/tra-lago-e-monti-der-gardasee-marathon-2010/1342
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